Dworcowa 24



Historische Adressen:

Bahnhofstr. 28/29, Bahnhofstr. 24 (od 1937 r.)

Baujahr:

1894

Architekt:

Alfons Powollik *

Bauherr:

Hans Jaworski




Baubeschreibung:

3-stöckiges Bürgerhaus mit Dachgeschoss sowie mit zwei Seiten- und einem Hintergebäude. Symmetrische, neubarocke Fassade, in der Mittelachse ursprünglich mit einem Kuppelturm und in den Seitenachsen mit Giebeln gekrönt. Erdgeschoss und erstes Stockwerk für Gewerberäume bestimmt – die Fassade dieser Stockwerke mit Bossenwerk und mit großen Ausstellungsfenstern, im Bogenschluss der Fenster – Maskaronen. Drittes Stockwerk mit kleineren Fenstern mit zahlreichen Verzierungen, u.a. Löwenköpfe in Pilasterkapitelln.



Sonstiges (Eigentümer, Umbauten usw.):

Eigentümer:

1860-1880 – Vor dem Aufbau des Neubaus unter der Adresse Bahnhofstr. 29 befand sich das Schmalbahntransportunternehmen (Verwaltung in Beuthen, Niederlassungen in Gleiwitz, Kattowitz, Oppeln und Olau) vom Rudolf Pringsheim, eines oberschlesischen Transportriesen, Vater von Alfred Pringsheim, den Mathematiker und Kunstförderer, und Großvater von Katia Mann, die Ehefrau von Thomas Mann, den Nobelpreisträger für Literatur in 1929 r.  Rudolf Pringsheim verlegte sein Sitz von Beuthen nach Berlin in 1876. Der Pachtvertrag für Schmalbahntransporte mit seinem Unternehmen wurde in 1904 aufgelöst.   

Eigentümer des ersten Hauses bei Bahnhofstr. 28 war ein gewisser Schulz, Steuereintreiber. 

1894/95 - Hans Jaworski, Eigentümer der Häuser am Kaiserplatz 2-8 (Pl. Sikorski 2-8), Inhaber der Birkenheiner Ziegelwerke –„Einzige Spur nach dem Betrieb ist heute ein Teich bei der Schlackenhalde, die die jetzigen Einwohner als „Jaworskie” bezeichnen“.

1907 – Eugen Wachsner, Inhaber des Fabrikations-Hauses für Arbeiter-Garderobe

1908 – Ida Jaworski (Witwe) – behielt das Eigentum des Hintergebäudes

1923 – Flora Wachsner (Witwe)

1942 – Valentin Frank, Kaufmann aus Rokitnitz, Textilhandel (Büro bei Tarnowitzerstr. 22 und Gleiwitzerstr. 19) 

In 1950 als Eigentümerin gilt immer noch Klara Frank, Witwe.

Sonstiges:

1894 – Neubau des Hintergebäudes

1895 – Neubau vom Vorder- und Seitengebäude

1907-1908 – Feuertreppe (Bauarbeiten: Julius Schlesinger)

1911 – Altane im linken Seitengebäude

1923 – Umbau des Photoateliers im letzten Stockwerk (ursprünglich mit Glasdach)

1924 – Aufbau eines Kleingebäudes im Hinterhof

1930 – Errichtung der Empore

1941 – Bauliche Veränderungen (Bauarbeiten: Fa. Latta, Kalidestr. 5)

1942 – Wohnungsteilung (Arch. Lustig, Bauarbeiten: J. Swienty)

1948 – Sanierung des Hintergebäudes für eine Werkstatt (Inh. Mieczysław Markwicz)

1948-49 – Bauliche Veränderungen – Apotheke und Apothekenlager

1950 – Wiederaufbau des linken Seitengebäudes für Büros (Arch. Tadeusz Lankosz)


Gewerbebetreiber:

Niederlassung der Fa. Conrad Tack & Cie

Niederlassung der Fa. Scholz & Chorinsky (Glass u. Porzellan)

Apotheke Paul Buchmann's („Barbara Apotheke“)

1929 - Fa. Adolf Weissbein „Damenmode”

1938 – Margarete Mucha – „Das gute Kleid” (Nachfolger: Anni Kreuzer)

1941 – Paul Labich

1941 – Dr. Josef Baptist, Handelsvertreter (Vermietung) – es gelten zu jener Zeit strenge Auflagen für Bauarbeiten (lediglich 1,6 m3 Holz, 1,77 t Eisen und gegen 4.586,32 Reichsmark erlaubt)

1942 – HNO-Arzt Joseph Schöning, (2. Stockwerk)

1942 – Fa. Laqua, Sitz: Ostlandstr. 49, Beuthen – Räume für Wehrmachtgefolgschaft

1946 – Merta Helena (wohnhaft bei ul. Stalmacha 3) – Blumenladen im Erdgeschoss

1950 – Blumenladen (Inh. Helena Giza)


In den 50-er Jahren:

Staatliches Unternehmen für Kommunalarbeiten, 9. Niederlassung (2. Stockwerk)

Städtische Druckerei



Literaturverzeichnis, Links:

Bauarchiv der Stadtverwaltung Bytom, Ordner Nr.  261

Guttmann M.R.: Beuthen O/S. Kindheitserinnerungen, „Mitteilungen des Beuthener Geschichts- und Museumsvereins”, hg. von Hans-Ludwig Abmeier, 1989, Bd. 49, s. 73–102 (Erinnerungen eines Hausbewohners)

http://www.kg.net.pl/tekst/7456/historia-brzezin-slaskich-dzielnicy-piekar-slaskich (Hans Jaworski)

Adressbuch der Stadtbeuthen 1927, str. 1 (Werbung der Fa. Wachsner)

http://pl.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Pringsheim

http://pl.wikipedia.org/wiki/Alfred_Pringsheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Katia_Mann

Michael Engel: Die Pringsheims. Zur Geschichte einer schlesischen Familie (18. - 20. Jahrhundert) [in:] Aus Wissenschaftsgeschichte und -theorie, Hrsg. Horst Kant u. Annette Vogt (http://www.wissenschaftsforschung.de/Laitko_FS.pdf)

http://785mm.eu/forum/viewtopic.php?t=1036&sid=f1fa5093c0c49fd96b1292d8ce85932d

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82995571.html