Chrzanowskiego 5



Historische Adressen:

Parkstr. 5

Baujahr:

1909

Architekt:

Josef Königsberger

Bauherr:

Adele Rosenthal




Baubeschreibung:

4-geschossiges Eckhaus mit Dachwohnungen. Mansardendach und Giebeln von beiden Straßenseiten. Auf der Fassade schmale Erker und kleine Balkons.



Sonstiges (Eigentümer, Umbauten usw.):

Bauleitung: Eduard Arndt;

Eisenkonstruktionen: Herrmann Niethardt

 

Eigentümer:

1909-1913 - Adele Rosenthal (Witwe nach Moritz Rosenthal, Holzhändler), später (ab 1914 r.) Eigentümerin des Hauses bei Parkstr. 2.

1922-1927 - Johann Olek, Eigentümer einer in 1918 gegründeten Tiefbauunternehmung.

1937 - Sophie Olek (Witwe)

1950 - Rudzkie Zjed. Przemysłu Węglowego

 

Handel, Geschäfte:

Ab 1924 ein Laden von Jak. Schlesinger (der Laden war mit der darüberlegenden Wohnung im 1. Stockwerk mit Treppen verbunden). 

Ab 1925 „Park-Apotheke“, Eigentümer - Willy Schottländer aus Biskupitz (ab 1936 - Victor Murgoth). Die Apotheke hatte ein patentiertes Heilmittel gegen Koliken von Pferd und Vieh mit der Bezeichnung „Kolibran“ angemeldet.

 

Auszug aus einem Brief eines heutigen Hauseinwohners:

"Alle Wohnungen weisem eine strikte Teilung in einen Gastempfang- und Wohnteil auf. Die Wohnungen verfügen über ausgezeichnete Verkehrswege. Der Eingang zu allen Räumlichkeiten ist von der Flur gewährleistet, dazu sind alle Zimmer zu einer Zimmerflucht miteinander verbunden (...). Im Wohnteil gibt es Holzdielen und im Gästeteil - Parkett. Bäder und Küchen sind mit schwarzweißem Mosaik verfliest.

Das Haus verfügt über zwei Treppenhäuser. Ein für die Einwohner, lediglich bis zum 3. Stockwerk, und zweites für den Dienst, verbunden mit Dachkammern (…). Von dem Treppenhaus für den Dienst gibt es einen Eingang auf hofseitige Balkons (…), die in den 60-er Jahren wegen Korrosion abgerissen wurden (...). Im ersten Dachgeschoss gab es vier Wohnungen und eine Waschküche, dagegen im Haupttreppenhaus gab es zwei Luxuswohnungen pro Stockwerk mit 170 und 190m2 Wohnfläche. In der Hausmitte gibt es einen Schacht mit einst gläsernem Dach. Der Schacht war weiß gestrichen und mit Fenstern ausgestattet, jeweils ein pro Wohnungsdiele. Dadurch konnten die eher dunklen Dielen mit Tageslicht versorgt werden (...). 

Nach dem 2. Weltkrieg hatte das Oberbergbauamt in diesem Haus seinen Sitz. In der Wohnung daneben wohnten Nonnen, die jetzt wohl an der Batorego-Str. sind (...). Eines Tages hat jemand die Nonnen „gebeten”, das Haus sofort zu verlassen. Die Tür zu ihrer Wohnung wurde vermauert und das Bergbauamt konnte so seine Räumlichkeiten erweitern. Jetzt sitzt hier eine Notarkanzlei, die auch den größten Raumanteil im ganzen Hause hat. Im zweiten Stockwerk hatte die Ärzte Cygan und Młynarski ihre Praxis. Später wohnte hier und nahm die Patienten entgegen der berühmte Frauenarzt, Prof. Jacek Rzempoluch. Es gab noch eine Wohnung im Souterrain. Dort In den 60-er Jahren wohnte der Beuthener Fußballspieler Andrzej Konieczny. Ja, Souterrain, klingt nicht gut, aber die Wohnung war einst schön und bequem. Unter den Einwohnern dieses Hauses im der Vorkriegszeit ist der Komponist, Musiklehrer und Leiter der Beuthener Musikschule, Gerhard Strecke, zu erwähnen. 

Bei der Dachsanierung habe wir eine deutsche Flugalarmsirene wegen korrosionsbedingter Absturzgefahr abgebaut und dem Brotmuseum in Radzionków geschenkt (...). Der Hof war mit einem Metalltor auf Betonpfeilern. In den 70-er Jahren hat die Feuerwehr den Abbau des Tores verordnet (...). In 1954 wurden die Luxuswohnungen verkleinert, sodass aus einem 3 entstanden sind".



Literaturverzeichnis, Links:

Kaganiec 2012, S. 121

Kaganiec 1997, S. 71

Nadolski 2012, S. 58

Beuthen O./S., S. 144 (Werbung der Fa. J. Olek)