Batorego 32



Historische Adressen:

Kleinfeld 77, Virchowstr. 32

Baujahr:

1904

Architekt:

Wilhelm Heller

Bauherr:

Alfred Katz




Baubeschreibung:

5-geschossiges Bürgerhaus mit 4-gesschossigem Hinterhaus. Beide mit einem Treppenhaus zentral verbundenen Gebäude bilden einen Plan, der an waagerechte „H” erinnert.  Symmetrische Hausfassade mit kleinen Balkons und kleiner Dreieckgiebel in zentraler Achse, angelehnt an den Jugendstil mit einfachen, kontrastierenden Akzenten aus roten Ziegeln und Putz.



Sonstiges (Eigentümer, Umbauten usw.):

Der erste Entwurf vom Wilhelm Heller vom 4. Januar 1904 stellt eine Fassade mit asymmetrischer Giebel und asymmetrischem obersten Geschoss sowie 5-geschossiges Hinterhaus. Zur Ausführung wurde der zweite Entwurf vom April 1904 zugrundegelegt. Originelle räumliche Lösungen wurden in der „Ostdeutsche Bau-Zeitung” beschrieben:

"Die untergeordnete Bedeutung eines Hinterhauses wird selbst durch Anordnung von Garten sowie gefällige Ausbildung der Hoffassade nur wenig gehoben. Der Zugang durch das Vorderhaus und den Hof, sowie Anlage einer 2. Treppe ist unvermeidlich. In vorliegendem Falle ist diesen Übelständen dadurch abgeholfen, dass auch die Bewohner des Hinterhauses zu ihren Wohnungen mittels der eleganten 3 m breiten Haupttreppe direkt gelangen können. Diese Treppe besitzt auf jeder Seite in jeder Etage je 2 Fenster, d. i. also pro Stockwerk 4 Fenster, also überreichliche Lichtfülle, außerdem sind die Stufen durchwegs nur 14 cm hoch und 33 cm breit; es ist daher durch große Laufbreite, bequemes Steigungsverhältnis und gute Beleuchtung ein Äquivalent für die vielseitige Benützung der Treppe geschaffen. Unseren Einwand, dass durch diese Bevorzugung des Hinterhauses eins Entwertung des Vorderhauses eintreten könnte, mussten wir fallen lassen, da wir erfuhren, dass fast alle Wohnungen, auch des Vorderhauses noch vor Fertigstellung programmmassig vermietet waren"

 

Eigentümer:

1904 - 1912 – Alfred Katz

1927 - Gräflich Schaffgotsche Werke mit Sitz in Gleiwitz

Gräflich Schaffgotsche Werke, eine Aktiengesellschaft, gegründet in 1905, nach der Umwandlung aus einem Schaffgotsch-Familienunternehmen, Grundkapital 50 Mio. RM, Eigentümer der Bergwerke "Hohenzollern" ("Szombierki"), "Gräfin Johanna" ("Bobrek") und "Paulus" ("Paweł" in Chebzie). Die Verwaltung der Gesellschaft (Gräflich Schaffgotsche Bauverwaltung) saß zuerst in Beuthen, Gartenstr. 27 (Pl. Wolskiego 3). In 1921 verlegte die Gesellschaft ihren Sitz nach Gleiwitz.

1937 - Adolf Mrozik (aus Schoppinitz)

Nach 1945: "Huta Zygmunt"



Literaturverzeichnis, Links:

Bauarchiv der Stadtverwaltung Bytom, Ordner Nr. 77

Ostdeutsche Bau-Zeitung, 1905, Nr 38, „Etagenhaus Beuthen O.-S., Virchowstrasse 32"

Die deutsche Stadt Beuthen, str. 242-243 (Werbung der Fa. Schaffgotsche Werke)